Das Jahr 2025 war für die fünf Klimahandeln-Kommunen Amöneburg, Kirchhain, Neustadt, Rauschenberg und Wohratal ein Jahr voller Bewegung: Zahlreiche Projekte im Klimaschutz, in der nachhaltigen Stadtentwicklung und in der Beratung der Bürgerinnen und Bürger konnten angestoßen, weitergeführt oder erfolgreich abgeschlossen werden. Besonders erfreulich war dabei die erfolgreiche Einwerbung von Fördermitteln, die vielen Vorhaben erst den nötigen Rückenwind verliehen. So wurde unter anderem die Kampagne „Aufsuchende Energieberatung“ in Amöneburg mit Mitteln des Landes Hessen realisiert. Kirchhain erhielt Förderzusagen für Entsiegelungsmaßnahmen in der Kernstadt und im Niederwald über das KfW-Programm 444, während Neustadt die Förderzusage für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Technik erhielt.
Kommunale Wärmeplanung als strategischer Meilenstein
Ein zentraler Meilenstein des Jahres 2025, so Bürgermeister Thomas Groll, war die Fertigstellung der Kommunalen Wärmeplanung für die fünf Kommunen. Sie bildet die strategische Grundlage für eine langfristig sichere, bezahlbare und klimafreundliche Wärmeversorgung vor Ort. Die Wärmeplanung analysiert bestehende Versorgungsstrukturen, identifiziert Potenziale für erneuerbare Energien und Abwärme und zeigt auf, in welchen Bereichen Wärmenetze, Quartierslösungen oder dezentrale Einzelversorgungen künftig sinnvoll sind. Damit schafft sie eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Politik, Verwaltung, Energieversorger sowie private Haushalte und Unternehmen. Die Ergebnisse der Wärmeplanung werden die kommunale Entwicklung in den kommenden Jahren maßgeblich prägen und bilden den Rahmen für konkrete Umsetzungsprojekte.
Energieberatung als niedrigschwelliges Kernangebot
Flankierend zur strategischen Planung spielte die Energieberatung für Bürgerinnen und Bürger auch 2025 eine zentrale Rolle. Die kontinuierliche Energie- und Fördermittelberatung hat sich als etabliertes, niedrigschwelliges Angebot bewährt und leistet einen wichtigen Beitrag zur individuellen Energiewende. Ob Fragen zu Sanierung, Heizungstausch, Photovoltaik oder Förderprogrammen: die Beratungsangebote sollen zahlreiche Haushalte bei konkreten Fragen unterstützen. Ergänzt wurde dies durch die erfolgreiche Fortführung kommunaler Förderinstrumente, etwa der Förderrichtlinie zur Unterstützung privater Photovoltaikanlagen in Kirchhain oder für Balkonsolaranlagen in Rauschenberg. Auch die Solarkampagne mit der Vermittlung ehrenamtlicher Solarcoaches trug dazu bei, Hemmschwellen abzubauen und eine praktische Unterstützung auf dem Weg zur eigenen Solaranlage zu erbringen.
Klimaschutz im Dialog mit der Wirtschaft: Unternehmensveranstaltung bei SW-MOTECH
Ein besonderer Schwerpunkt lag 2025 zudem auf dem Austausch mit regionalen Unternehmen. Mit einer Informationsveranstaltung bei dem Rauschenberger Unternehmen SW-MOTECH wurde gezielt der Dialog mit der Wirtschaft gesucht und intensiviert. Die Veranstaltung bot Raum für Information, Vernetzung und den Austausch zu Themen wie betrieblicher Klimaschutz, Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Fördermöglichkeiten. Sie unterstrich die wichtige Rolle der Unternehmen als zentrale Akteure der lokalen Energiewende und machte deutlich, dass Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung gemeinsam gedacht werden können. Der direkte Austausch stärkte das gegenseitige Verständnis und legte den Grundstein für einen weiterführenden Austausch.
Praxisnahe Maßnahmen aus den Quartierskonzepten
Ein weiterer Schwerpunkt lag 2025 auf der Umsetzung konkreter Maßnahmen aus den Quartierskonzepten. Ziel war es, Klimaschutz direkt im Alltag der Menschen erlebbar zu machen und individuelle Einsparpotenziale aufzuzeigen. Dazu gehörte der Verleih von Strommessgeräten, mit denen Haushalte den Stromverbrauch einzelner Geräte analysieren und so gezielt senken können. Die Geräte können nach wie vor in den kommunalen Verwaltungen ausgeliehen werden. Ergänzend wurde ein Kühlschrank-Wettbewerb durchgeführt, der auf ineffiziente Altgeräte aufmerksam machte und Anreize für deren Austausch setzte. Abgerundet wurden die Maßnahmen durch telefonische Energieberatungen, die eine unkomplizierte, persönliche Unterstützung bei Fragen zur Sanierung, Heizungstausch oder Fördermitteln boten.
Weitere Aktivitäten und Entwicklungen
Darüber hinaus wurden zahlreiche weitere Maßnahmen umgesetzt: Der Tag der Nachhaltigkeit in Neustadt machte Klimaschutz mit einer Vielzahl an Angeboten für eine breite Öffentlichkeit erlebbar, während im Bereich Mobilität der Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter voranschritt. In der Stadtentwicklung setzten Projekte wie die Installation von Trinkbrunnen in Kirchhain oder die kontinuierliche Entwicklung des Klimaquartiers Niederwald sichtbare Akzente. Parallel begleiteten die Klimaschutzmanagerinnen Marieke Knabe und Juliane Liebelt den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden sowie die schrittweise Umstellung der Innenbeleuchtung auf energieeffiziente LED-Technik.
Eine wichtige Rolle spielte auch die Öffentlichkeitsarbeit: Klimatipps, Newsletter, Pressemitteilungen und die fortlaufend aktualisierte Website sorgten für Transparenz und Information. Zudem arbeiten die Klimaschutzmanagerinnen eng mit dem Klimawandelanpassungsmanagement des Landkreises zusammen, über das Klimaanpassungskonzepte für die Kommunen erstellt wurden.
Ausblick auf 2026
Mit Blick auf das Jahr 2026 rückt nun die konsequente Umsetzung der begonnenen strategischen Prozesse in den Mittelpunkt, betont Bürgermeister Thomas Groll. Geplant sind die Fortschreibung der Klimaschutzkonzepte sowie weitere Schritte im Rahmen der hessischen Klimarichtlinie. Ein besonderer Fokus liegt außerdem auf der Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung: Vorgesehen sind die Bildung thematischer Arbeitsgruppen, die Konkretisierung von Wärmenetzeignungsgebieten sowie erste Umsetzungsschritte. Energiegenossenschaften und Nahwärmeinitiativen sollen bei Bedarf aktiv unterstützt werden. Gleichzeitig soll die Energieberatung weiter ausgebaut werden, insbesondere mit Blick auf den Einbau von Wärmepumpen zur Begleitung von Haushalten in Einzelversorgungsgebieten.
Auch die Arbeit in den Quartieren wird fortgesetzt, wobei das Thema Sanierung weiter im Mittelpunkt steht und entsprechende Angebote geschaffen werden sollen. Im Bereich Mobilität stehen der weitere Ausbau von Ladeinfrastruktur im Fokus. Die Unterstützung der Kommunen beim Ausbau von Photovoltaikanlagen auf eigenen Gebäuden und bei der Umrüstung auf LED-Innenbeleuchtung bleibt ebenfalls ein zentrales Handlungsfeld.
Insgesamt blicken die Klimahandeln-Kommunen auf ein ereignisreiches und erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Mit zahlreichen Projekten und Initiativen verfolgten sie konsequent das Ziel, vielfältige Angebote für Bürgerinnen und Bürger zu schaffen und zugleich praxisnahe Lösungen für die Energiewende zu entwickeln. Im Mittelpunkt stand dabei stets die aktive Einbindung der Menschen vor Ort sowie der Anspruch, sicherzustellen, dass sie unmittelbar und spürbar von den umgesetzten Maßnahmen profitieren.
Mit klaren Zielen, einer starken strategischen Grundlage durch die Kommunale Wärmeplanung, bewährten Beratungsangeboten und einem wachsenden Netzwerk aus Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und regionalen Partnern gehen sie die Aufgaben des Jahres 2026 motiviert und engagiert an.