Am vergangenen Wochenende fand wieder das Neustädter Circus-Festival „Goldener Biber“ zu Füßen des Junker-Hansen-Turms im Zelt des Mitmach-Circus der Familie Bichlmaier statt.
Nach der Begrüßung „des hochverehrten kleinen und großen Publikums“ und des Dankes an die Sponsoren, ohne deren Unterstützung eine solche zweitägige Veranstaltung nicht möglich wäre, durch Bürgermeister Thomas Groll im Strass besetzten Jackett übernahm Direktorin Anni Bichlmaier das Mikrofon und führte durch das über zweistündige klassische Circus-Programm.
Thomas Groll war es auch in diesem Jahr gelungen erstklassige Artisten, einen lustigen und musikalischen Clown und sehr gute Tierlehrer nach Neustadt zu holen. Die über 400 Besucher an den beiden Tagen dankten es mit viel Applaus und zeigten sich in der Pause und am Ende der Vorstellung begeistert von den Darbietungen. Darunter war auch Andreas Bartsch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Marburg-Biedenkopf. Das Geldinstitut gehört seit Anfang an zu den Unterstützern der Veranstaltung.
Die Saxophon-Gruppe des „Happy Sound Orchestra“ sorgte für die passende Festival-Stimmung und die Circus-Restauration sowie Maria Happel & Team versorgten die Gäste.
Das stimmungsvolle Programm begann mit einem Intro von vier jungen Damen der Artistenschule „Toledos“ aus Jena. Trainer Tom Fieseler, ehemals selbst hochdekorierter Artist und u.a. beim Staatscircus der DDR aktiv, kommt mit seinen Schülerinnen bereits seit drei Jahren nach Neustadt. Im weiteren Verlauf erlebte man die „Charming Girls“ noch einmal mit einer gelungenen artistischen Darbietung. „Dem Nachwuchs eine Chance“ ist ein Ziel des „Goldenen Bibers“.
Mit seinen Reprisen, seinem musikalischen Talent und seinem Humor wusste Clown Jimmie aus den Niederlanden in beiden Vorstellungen zu begeistern. Er überbrückte damit so manche notwendige Umbaupause und spielte annähernd zehn Instrumente.
Aus Schweden angereist war Silea, die schwerpunktmäßig in Varietés und bei Galas auftritt, aber bestens ins diesjährige Programm passte. Sie präsentierte im ersten Teil einen selten dargebotenen Flaschenlauf und tanzte nach der Pause auf dem Drahtseil.
Die diesjährigen Tiernummern – zuvor ohne Beanstandungen vom Veterinäramt abgenommen – kamen aus Ungarn und Deutschland. Julia Hajdu führte eine der aktuell besten Papageiennummern vor und Ricardo Frank war mit seinen vier Ponys und einer lustigen Ziegen-Revue vertreten.
Mit fünf Nummern war die Familie Wertheim aus Tschechien vor Ort. Vater Josef Wertheim führt dort selbst einen kleinen traditionsreichen Circus. Sein Sohn Josef jun. präsentierte eine gelungene Rola-Rola Nummer. Erstaunlich war dabei sein Gleichgewichtsvermögen. Die 11-jährige Tochter Anais trat als „Schlangenfrau“ auf. Sie verbog Körper, Arme und Beine so gekonnt, dass viele meinten, das Mädchen hätte keine Knochen. Vater und Sohn waren auf Einrädern in der Manege unterwegs und Mutter Aura bot eine Feuernummer dar. Höhepunkt waren Vater, Sohn und Tochter mit ihrer spektakulären Perche-Darbietung vor dem Finale.
Anni Bichlmaier dankte allen Akteuren in, vor und neben der Manege für zwei beeindruckende Vorstellungen. Das Publikum bekräftigte dies durch seinen Applaus.
Bürgermeister Thomas Groll schloss in den Dank Bauhof, Hausmeister und Nina Steinmann, Nelli Schlick sowie Hannah Nitschkowski von der Stadtverwaltung mit ein. Der „Goldene Biber“ 2026 lief Dank ihrer Arbeit sowie dem Team des Mitmach-Circus „Manegen-Traum“ reibungslos ab.
Stefan Nolte, Präsident der Gesellschaft der Circus Freunde Deutschlands, war zum wiederholten Male in Neustadt zu Gast und zeigte sich beeindruckt von der Show, die nach seinen Worten wirklich erstklassig und damit beste Werbung für den Circus war. Auch Circus-Freunde aus Wuppertal, vom Möhnesee, aus Nord- und Mittelhessen sowie aus Frankfurt waren vom Dargebotenen begeistert. Ihr Fazit: Eine solche Show wird nur in wenigen Manegen geboten.