Beim Tag der Möglichkeiten am 15.08.2026 im Kultur- und Bürgerzentrum konnten die Bewohnerinnen und Bewohner Neustadts ihre Meinung äußern, Wünsche und Anregungen einbringen, mit dem Bürgermeister Thomas Groll, dem 1. Stadtrat Wolfram Ellenberg, mit Hauptamtlichen der Stadtverwaltung und sozialer Einrichtungen Neustadts ins Gespräch kommen.
Ein besonderer Bestandteil war die Zufriedenheitsabfrage mit der Zielscheibe. In verschiedenen Kategorien konnten die Bewohnerinnen und Bewohner markieren, wie zufrieden sie mit ihrer Stadt sind. Die Mitarbeiterinnen des Familienzentrums und unsere „Integrationsguide“ haben die Zeit nach der Veranstaltung genutzt, um die Anregungen genauer anzuschauen und haben Gespräche mit Bürgermeister Thomas Groll und anderen verantwortlichen Personen geführt. Dabei ging es um diese Fragen: Was kann umgesetzt werden? Wo gibt es bereits Planungen? Welche Probleme bestehen? Und wer ist für die jeweiligen Themen zuständig?
Dabei hat sich an vielen Stellen gezeigt: Stadtpolitik und Stadtverwaltung sind bereits an etlichen angesprochenen Themen dran und suchen nach Lösungswegen.
Im Mitteilungsblatt letzter Woche informierten wir, das Gesundheitsnetzwerk Neustadt und die Integrationsguide, über den Umgang mit den Anregungen der Teilnehmenden zu den Bereichen „Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit im öffentlichen Raum“ und „öffentlicher Nahverkehr“.
Diese Woche möchten wir Ihnen darlegen, was aus den Anregungen der Teilnehmenden für die Bereiche „Schulen und Kinderbetreuung“ und „Freizeit- und Kulturangebote“ geworden ist.
Wie geht es weiter - Auswertung der Befragung zum Tag der Möglichkeiten Teil II
Ergebnisse „Schulen und Kinderbetreuung“
Das Ergebnis der Zufriedenheitsabfrage zeigt, dass die Befragten eher zufrieden mit den Schulen und der Kindebetreuung sind. Konkrete Anregungen waren:
Es wurde der Wunsch nach einem interessanten und lebensweltnahen Sprachförderangebot für Jugendliche, außerhalb/zusätzlich zur Schule, geäußert. Ebenso wurde der Bedarf an einem Nachhilfeangebot genannt.
Diese Anregung hat unsere Integrationsguide, Anna-Maria Kurz, aufgenommen. Über das Förderprogramm KISI „Kommunale Integrationsguides zur Förderung der kommunalen Integrationserfolge“ ist ein kostenfreies Nachhilfeangebot im Familienzentrum in Planung. Ehrenamtlich Engagierte werden eine Aufwandsentschädigung erhalten und unterstützen Schülerinnen und Schüler, insbesondere aus Familien mit Migrationshintergrund, in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch. Finanziert wird das Programm von der Europäischen Union und dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales.
Durch die Anregung entstand im Familienzentrum eine weitere Idee: Als Sprachförderkraft weiß Nicole Zinkowski, dass eine gut entwickelte Erstsprache Kindern hilft, Wörter, Satzstrukturen und sprachliche Zusammenhänge zu verstehen. Diese Fähigkeiten können ihnen dann beim Lernen einer weiteren Sprache helfen. Das Familienzentrum würde daher für ein Angebot, das die jeweiligen Erstsprachen von Kindern in Neustadt fördert, seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Die Integrationsguide kann bei der Koordination unterstützen. Gesucht sind also Ehrenamtliche, die das Angebot durchführen könnten.
Es wurde gelobt, dass die Krabbelgruppe für Kinder von 0-1 Jahre integrativ sei.
Im Gespräch zu dieser Anmerkung wurde klar, dass mit der Krabbelgruppe das Angebot „DROP IN(KLUSIVE“ gemeint ist – dienstags von 09:30 bis 11:30 Uhr im Familienzentrum. Hier treffen sich Eltern mit ihren Kleinkindern (bis 3 Jahre) zum Frühstück. Während die Kinder spielen oder essen, können sich die Eltern austauschen. Es ergeben sich immer wieder schöne Momente zwischen den Kindern und Erwachsenen.
Der Wunsch nach einem Bauernhofkindergarten wurde geäußert.
In Neustadt gibt es 4 Kindertagesstätten, davon sind 3 Kindergärten städtisch und ein Kindergarten ist unter kirchlicher Trägerschaft. Eine weitere städtische Kita befindet sich aktuell im Bau. Mit dem Waldkindergarten haben wir in Neustadt bereits einen Kindergarten mit einem besonderen naturpädagogischen Angebot. Die Kinder verbringen ihren Alltag überwiegend draußen, erleben die Jahreszeiten unmittelbar und können ihren Bewegungs- und Entdeckungsdrang in der Natur ausleben.
Es wurde angemerkt, dass der respektvolle Umgang von Lehrkräften verbesserungswürdig sei und das Konzept der Schule toll, die Organisation sei aber chaotisch. Außerdem wurde der Wunsch geäußert, dass mehr gegen Mobbing in der Schule unternommen werden sollte.
Die angesprochenen Themen, der respektvolle Umgang, die schulischen Abläufe und der Umgang mit Mobbing, sind wichtige Anliegen. Vom Familienzentrum ist geplant das Thema im Gespräch mit der Schulleitung aufzugreifen. Bei schweren Fällen können sich Eltern und Schülerinnen und Schüler auch an den Schutzmann vor Ort, Gunter Weber, 06692 8936, wenden.
Auch die städtische Kinder- und Jugendarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Mobbing und der Frage, wie Kinder und Jugendliche bestmöglich unterstützt und geschützt werden können. Isabelle Korn und Tizian Nau sind dazu mit den Kindern im Gespräch.
Ergebnisse „Freizeit- und Kulturangebote“
Insgesamt äußerten sich viele Teilnehmende sehr positiv und drückten ihre Dankbarkeit für die städtischen Angebote im Freizeit- und Kulturbereich aus. Benannt wurden zum Beispiel die städtischen Bänke und die Angebote für Seniorinnen und Senioren.
Der Wunsch für die Innenstadt nach mehr Gastronomie und mehr Geschäften wurde mehrfach geäußert. Explizit benannt wurde der Wunsch nach einem Drogeriemarkt, einer Eisdiele und einem Café.
Eine attraktive Innenstadt ist ein wichtiger Treffpunkt und trägt auch zur Lebensqualität in einer Stadt bei. Kleinere Kommunen im ländlichen Raum, wie Neustadt, stehen bei der Ansiedlung und dem Erhalt von Geschäften und Gastronomiebetrieben vor besonderen Herausforderungen. Die Kundschaft verteilt sich auf ein größeres Einzugsgebiet, die Nachfrage ist begrenzt und viele Menschen erledigen ihre Einkäufe zunehmend online oder nutzen die Angebote größerer Städte. Diese veränderten Konsum- und Freizeitgewohnheiten machen es dem örtlichen Einzelhandel und der Gastronomie nicht leicht, wirtschaftlich zu bestehen. Mit dem Neustadt-Laden hat die Stadt bereits eine innovative Idee umgesetzt, die dazu beiträgt die Innenstadt lebendig zu halten. Auch ein Blick auf andere kleinere Kommunen kann inspirieren und zeigen, welche Konzepte sich andernorts bewährt haben und sich möglicherweise auf Neustadt übertragen lassen. Die Stadtverwaltung, das Familienzentrum und die Stadtpolitik sind offen für neue kreative Projekte – Menschen mit Ideen und Lust sich zu engagieren, können sich gerne melden.
Es wurde angeregt, dass die Kirchengemeinden und die Stadt Neustadt mit ihren Angeboten mehr miteinander kooperieren könnten.
Zwischen der Kommune und den Kirchengemeinden findet ein regelmäßiger Austausch statt. Beim Tag der Möglichkeiten haben Mitglieder der Neustädter Moscheegemeinde sich ehrenamtlich mit einem Essensstand beteiligt. Das Gesundheitsnetzwerk ist offen für weitere Anregungen und gemeinsame Aktivitäten.
Die Webpräsenz von Vereinen und der Überblick über die Angebote sei zu verbessern.
Die Öffentlichkeitsarbeit und die Präsentation ihrer Angebote liegen grundsätzlich in der Verantwortung der Vereine selbst. Wir nehmen die Rückmeldung zum Anlass, die Vereine nochmal auf die Neustadt-App und den dort integrierten Veranstaltungskalender aufmerksam zu machen. Hier können sowohl regelmäßige als auch einmalige Veranstaltungen eingetragen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Je mehr Bürgerinnen und Bürger die App nutzen, desto attraktiver wird sie auch für Veranstalter und Vereine. Deshalb an dieser Stelle auch die herzliche Einladung an alle: Nutzen Sie die Neustadt-App, informieren Sie sich über die Angebote vor Ort und tragen Sie dazu bei, die vielfältigen Aktivitäten in unserer Stadt sichtbarer zu machen!
Apple App Store
Google Play Store
Es wurde der Wunsch geäußert, dass Schwimmbad früher zu öffnen und darum gebeten, den Übergang zwischen der Schließung des Freibads und der Öffnung des Hallenbads nahtlos zu organisieren.
Wir verstehen beide Anliegen gut. Leider können diese Wünsche derzeit aufgrund begrenzter personeller und finanzieller Mittel nicht umgesetzt werden.
Im Park sollte eine Ruhe Oase belassen werden.
Der Bürgerpark bietet durch seine Größe und die weitläufigen, unbebauten Grünflächen bereits verschiedene Möglichkeiten zur Erholung und Ruhe. Auch die Spielplätze und die Boule Bahn sind gut über das Gelände verteilt. Möglicherweise haben wir den Hinweis noch nicht ganz richtig verstanden. Das Anliegen darf gerne noch konkretisiert werden, damit wir besser nachvollziehen können, was Ihnen besonders wichtig ist.
Der Sportkurs von Mittwoch sollte im großen Raum des KuBüZ stattfinden, der Raum des Familienzentrum ist zu klein.
Grundsätzlich könnte der Sportkurs im KuBüZ stattfinden. Allerdings müsste der Kurs dann gelegentlich ausfallen, da der Raum bei Bedarf für größere Veranstaltungen zur Verfügung stehen muss.
Es wurde der Wunsch nach Rundwegen zum Spazierengehen, insbesondere für Ältere und nach kinderwagentauglichen Rundwegen geäußert. Außerdem wurde beschrieben, dass Rundwege nicht einfach irgendwo aufhören sollten.
Zu den Wanderwegen rund um die Stadt liegen im Einwohnermeldeamt Broschüren aus. Ein Rundweg, der einfach irgendwo aufhört ist uns nicht bekannt. Der Wanderverein Neustadt e.V. hat sich leider aufgelöst. Mängel können gerne beim Fachbereich Bauen, Planen und Umwelt der Stadtverwaltung gemeldet werden.
Der Wunsch nach einem Pflegestützpunkt wurde genannt.
Pflegestützpunkte sind eine Anlaufstelle für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Das Beratungsangebot wird vom Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege koordiniert und besteht in jedem Landkreis. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf wird an drei Standorten Beratung geboten. Für Neustädterinnen und Neustädter am nächsten ist der Pflegestützpunkt in Stadtallendorf, Marktstraße 6. Mittwochs wird zwischen 10 und 12 Uhr eine offene Sprechstunde angeboten. Außerdem können Termine auch als Hausbesuche erfolgen.
Mit der kommunalen Leitstelle Älter werden und der Koordinatorin der Bürgerhilfe (WIR für UNS!) haben wir in Neustadt zwei ergänzende lokale Angebote, an die sich Pflegebedürftige, Angehörige und Interessierte gerne wenden können.