Beim Tag der Möglichkeiten am 15.08.2026 im Kultur- und Bürgerzentrum konnten die Bewohnerinnen und Bewohner Neustadts ihre Meinung äußern, Wünsche und Anregungen einbringen, mit dem Bürgermeister Thomas Groll, dem Ersten Stadtrat Wolfram Ellenberg, mit Hauptamtlichen der Stadtverwaltung und sozialer Einrichtungen Neustadts ins Gespräch kommen.
Ein besonderer Bestandteil war die Zufriedenheitsabfrage mit der Zielscheibe. In verschiedenen Kategorien konnten die Bewohnerinnen und Bewohner markieren, wie zufrieden sie mit ihrer Stadt sind. Besonders aufschlussreich waren die Gespräche rund um die Zielscheibe. Denn dort wurde deutlich, wo Neustädterinnen und Neustädter Handlungsbedarf sehen und welche Ideen sie für ihre Stadt haben.
Drei Themen standen dabei besonders häufig im Mittelpunkt:
· Verkehrs- und Parkplatzsituation
· Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit
· Kultur- und Freizeitangebote
Besonders zu diesen Themen wurden viele konkrete Vorschläge, Wünsche und Änderungsanregungen genannt. Auch einzelne Angebote und Gegebenheiten wurden positiv hervorgehoben. Es wurde deutlich, dass die Neustädterinnen und Neustädter großes Interesse daran haben, sich einzubringen. Aussagen wie „Schön, dass wir mal gefragt werden“ oder „Wird das jetzt alles umgesetzt?!“ zeigen: Die Beteiligung wurde positiv aufgenommen. Gleichzeitig ist das Interesse groß, was aus den gesammelten Ideen wird. Wie geht es jetzt also weiter?
Die Mitarbeiterinnen des Familienzentrums und unsere „Integrationsguide“ haben die Zeit nach der Veranstaltung genutzt, um die Anregungen genauer anzuschauen und haben Gespräche mit Bürgermeister Thomas Groll und anderen verantwortlichen Personen geführt. Dabei ging es um diese Fragen: Was kann umgesetzt werden? Wo gibt es bereits Planungen? Welche Probleme bestehen? Und wer ist für die jeweiligen Themen zuständig?
Dabei hat sich an vielen Stellen gezeigt: Stadtpolitik und Stadtverwaltung sind bereits an etlichen angesprochenen Themen dran und suchen nach Lösungswegen.
Natürlich kann nicht jede Anregung sofort oder vollständig umgesetzt werden. Wichtig ist uns aber, transparent zu machen, was aus den Rückmeldungen wird. Deshalb wollen wir in den kommenden Ausgaben des Mitteilungsblatts nach und nach auf einzelne Anregungen eingehen und den aktuellen Stand der Dinge erläutern. Bestimmt finden Sie auch Ihre Anregung wieder!
Die Auswertung erfolgt nach den Kategorien der Zielscheiben-Abfrage. Die Ergebnisse aus der Online-Umfrage werden bei der Auswertung auch berücksichtigt.
Wie geht es weiter - Auswertung der Befragung zum Tag der Möglichkeiten Teil I
Ergebnisse „Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit im öffentlichen Raum“
Die Sauberkeit im Bürgerpark wurde unterschiedlich wahrgenommen. Während sich wenige Teilnehmende mehr Sauberkeit wünschen, wird der Park von der Mehrheit bereits als sauber empfunden.
Die Müllbehälter werden täglich geleert. Ein Problem sind allerdings Krähen, die Müll aus den Behältern holen. Deshalb haben neuangebrachte Mülleimer eine verengte Öffnung.
Kritisch angemerkt wurde, dass im Park in Spielplatznähe Alkohol getrunken würde.
Spielplätze sind ein Ort an dem sich Familien und Kinder wohlfühlen sollen. Es ist verständlich, dass das Trinken von Alkohol hier als störend empfunden wird. Das Trinken von Alkohol und auch das Rauchen sind auf Spielplätzen verboten. Im Park an sich ist beides erlaubt. Wir nehmen den Hinweis zum Anlass, um dafür zu werben: Alkoholtrinken und Rauchen haben in der Nähe von Orten für Kinder nichts zu suchen!
Die Spielplätze waren auch unter anderen Gesichtspunkten Thema einiger Gespräche. So wurde angesprochen, dass es oft nicht ausreichend Schattenplätze gebe. Außerdem wurde der Wunsch nach Spielgeräten für Kleinkinder genannt.
Einige Spielplätze wurden von der Stadt mit Sonnensegeln ausgestattet. Bäume sind zwar vorhanden, brauchen aber noch ein Weilchen um zu „Schattenspendern“ heranzuwachsen. Ein konkreter Bedarf kann gerne bei Herrn Lippert aus dem Bauamt gemeldet werden.
Der Wasserspielplatz im Bürgerpark ist so gestaltet, dass er auch von kleineren Kindern gut genutzt werden kann. Außerdem können im Familienzentrum zu den Öffnungszeiten Outdoor-Spielsachen ausgeliehen werden. Darunter sind auch Spielsachen, die für Kleinkinder geeignet sind. Ansonsten wurde der Wunsch an den Fachbereich III (Bauamt) weitergegeben. So kann er bei Plänen für künftige Anschaffungen berücksichtigt werden.
Für den Spielplatz an der Leipziger Straße wurde das Thema Sauberkeit stark bemängelt.
Hier hat die Stadt inzwischen eine Grundreinigung durchgeführt. Damit sich die Situation auch nachhaltig verbessert, haben die Mitarbeitenden der Gemeinwesenarbeit und der Kinder- und Jugendförderung das Thema auf dem Schirm. Der Neustädter, der mit diesem Anliegen das Gespräch suchte, hat die Idee eine gemeinsame Aufräumaktion der Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers umzusetzen. Diese Idee wollen die Mitarbeitenden gemeinsam mit ihm aufgreifen. Lasst uns das im kommenden Frühjahr anpacken!
Für die Innenstadt wurde ebenfalls der Wunsch nach mehr Sauberkeit geäußert.
Konkrete Hinweise wurden in der Vergangenheit bereits ernst genommen. Manchmal sind Verschmutzungen auf private Bereiche zurückzuführen. Dann schreibt unser Ordnungsamt die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer beziehungsweise Verantwortlichen an und weist auf die notwendigen Maßnahmen hin. Bezieht sich die Verschmutzung jedoch auf das private Grundstück selbst, ist das zunächst Privatsache. Die Kontrolle unterliegt dann nicht dem Ordnungsamt. Dabei ist zu bedenken: Was manche als Schmutz sehen, betrachtet der Eigentümer vielleicht als wertvollen Rohstoff. Grundsätzlich ist die Gestaltung der privaten Grundstücke also den Eigentümerinnen und Eigentümern überlassen. Sie ist sogar grundgesetzlich geschützt. Das gilt auch für die Entscheidung darüber, was sie auf den Grundstücken abstellen oder lagern. Nur wenn von den Gegenständen eine akute Gefahr für die Umwelt ausgeht, können die Behörden eingreifen.
Auch für den Bereich gegenüber dem Kirmesplatz wurde auf viel Müll hingewiesen.
Der Stadtverwaltung ist das Problem bekannt. Man ist jedoch der Ansicht, dass das Aufstellen eines Mülleimers das Problem nicht wirklich lösen würde. Erfahrungen zeigen: Mülleimer regen auch dazu an, weiteren Müll dazuzustellen. Hier appellieren wir an die Eigenverantwortung.
Erfreulich ist die positive Rückmeldung zur Sauberkeit im Freibad.
Dieses Lob geben wir gerne an die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter.
Für den Friedhof wurde der Wunsch nach stärkerer Bepflanzung geäußert.
Laut Bürgermeister Thomas Groll stehen der Stadt Neustadt (Hessen) aus dem Bundesprogramm "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel" rund 1,3 Mio. Euro zur Verfügung. Damit ist es möglich, bis Ende 2027 etwa 1,5 Mio. Euro in verschiedene Projekte zu investieren. Dazu gehören die Umgestaltung/Entsiegelung des Schulhofes der Waldschule und des Parkplatzes beim Kultur- und Bürgerzentrum sowie die Nachpflanzung von Bäumen in der Allee. Außerdem werden Bäume und Sträucher auf dem Friedhof in der Kernstadt gepflanzt. Falls die Mittel noch reichen, soll zudem der Friedhofsparkplatz in Neustadt entsiegelt werden.
Der Neustädter Bahnhof war nicht nur in dieser Kategorie ein Anliegen der Bürgerinnen und Bürger. Ein unsicheres Gefühl am Bahnhof wurde von einigen Teilnehmenden genannt.
Bürgermeister Thomas Groll und unser Schutzmann vor Ort von der Polizei, Gunter Weber, haben 2024 eine Befragung der Nutzerinnen und Nutzer am Bahnhof durchgeführt. Im Rahmen des Projekts KOMPASSbahnhof des Hessischen Innenministeriums konnten einige Verbesserungen erreicht werden. Für ein besseres Sicherheitsgefühl wurde zum Beispiel in der Unterführung ein Spiegel angebracht. So kann man sehen, ob sich jemand in der Unterführung bzw. auf der Treppe zum Bahnsteig befindet. Auch für die Sauberkeit am Bahnhof setzt sich die Stadt besonders ein. Zusätzlich zur Reinigung durch die Deutsche Bahn beseitigt die Stadt ein- bis zweimal pro Woche Müll vor dem Bahnhof, im Gebäude und auf dem Bahnsteig.
Auch die Belebung des Bahnhofgebäudes wurde mehrfach als Wunsch geäußert.
Das Bahnhofsgebäude gehört der Deutschen Bahn. Es ist stark sanierungsbedürftig und damit für Gastronomiebetreiber oder Ladenbesitzer uninteressant. Selbst nach einer Sanierung bliebe offen, ob sich Gewerbetreibende finden würden. Denkbar wäre aber auch eine gemeinnützige Nutzung. Die Stadt hat in der Vergangenheit geprüft, ob ein Kauf des Gebäudes in Frage kommt. Aufgrund der maroden Bausubstanz scheint das aber nur schwer vorstellbar.
Ergebnisse „Öffentlicher Nahverkehr“
Eine Verbindung Alsfeld – Neustadt wurde angesprochen.
Schaut man sich die Fahrplanauskunft der Bahn an, findet man zwei Verbindungen zwischen Alsfeld und Neustadt. Eine Verbindung fährt etwa stündlich, allerdings über Treysa. Die Reisezeit beträgt dabei über einer Stunde. Für eine Strecke von etwa 20 km ist das kaum akzeptabel. Die andere angezeigte Verbindung ist mit einer Fahrtzeit von 40 Minuten durchaus annehmbar. Hierfür muss das Anruf-Linien-Taxi bestellt werden. Die Linie heißt VB12 und fährt mehrmals täglich. Für den lokalen Busverkehr sind der Regionale Nahverkehrsverband Marburg-Biedenkopf (RNV) und der Zweckverband Oberhessischer Versorgungsbetriebe (ZOV) zuständig.
Der Wunsch nach einem barrierefreien Bahnhof wurde mehrfach geäußert.
Ob für gehbeeinträchtige Personen, Kinderwägen oder Fahrräder – der Wunsch nach einem barrierefreien Zugang zu den Zügen ist nur allzu verständlich. Hier hat die Stadt allerdings keine Handlungsmöglichkeiten. Die Barrierefreiheit der Bahnhöfe ist aber ein Ziel der Deutschen Bahn. Die Pläne für den Umbau des Neustädter Bahnhofs sollen wohl bis 2034 umgesetzt werden.