Im Dezember 2025 fand im Sitzungssaal des Rathauses eine Sitzung des Beratenden Gremiums zur Städtebauförderungsmaßnahme „Sozialer Zusammenhalt“ statt. Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Thomas Groll kamen Kommunalpolitikerinnen und -politiker, Vertreter aus der Zivilgesellschaft des Fördergebietes, Mitarbeitende der Verwaltung, des bsj Marburg und des Kasseler Büros für Stadtplanung und Regionalentwicklung akp zusammen, um gemeinsam einen Rückblick auf das Jahr 2025 zu halten und sich über Perspektiven für die Zukunft auszutauschen.
Zunächst wurde über den Sachstand des Förderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ berichtet. In dieses nahm das Land Hessen die Kommune bereits 2015 auf und zahlreiche Großprojekte wie der Neubau des Kultur- und Bürgerzentrums und die Umgestaltung des Bürgerparks konnten in den letzten Jahren erfolgreich umgesetzt werden. Der letzte Förderantrag wurde Ende 2024 gestellt. Bis 2030 müssen nun die restlichen Fördermittel verausgabt werden. Letzte größere Fördermaßnahme soll die Sanierung des ehemaligen Jugendheimes sein. Vorgesehen sind hier die bauliche Sicherung des Gebäudes, der Einbau eines Erschließungskerns mit Treppe und Aufzug und der Ausbau der Räumlichkeiten im Untergeschoss. Die Vereinsräume im Obergeschoss sollen unverändert bestehen bleiben und ggfs. kommt ein Nutzungstausch mit den Mietern im Untergeschoss in Betracht. Hier sind noch vertiefende Gespräche notwendig. Die aktuelle Kostenschätzung sieht Planungs- und Baukosten von etwa 920.000 Euro brutto vor. Die Kommune würde für das Vorhaben knapp 70% an Fördermitteln aus der Städtebauförderung erhalten.
Weiterhin sollen im kommenden Jahr zwei feste und ein mobiler „Bilderrahmen“ aus Metall im Bürgerparkgelände aufgestellt werden. Diese sollen für Fotofreunde zur Verfügung stehen. Solche „Bilderrahmen“ gibt es bereits in zahlreichen Städten und sie stoßen dort überall auf positive Resonanz.
Bisher konnte für das angedachte partizipative Kunstwerk vor dem Kultur- und Bürgerzentrum noch kein grünes Licht gegeben werden. Hier sind die Kosten aktuell deutlich über dem ursprünglichen Rahmen und es bedarf weiterer Gespräche. Prinzipiell gilt der Rat, dass 1 % der Bausumme, also rund 60.000 Euro, für „Kunst am/im öffentlichen Bau“ investiert werden sollte.
Berichtet wurde auch über den Sachstand beim Förderprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel/Grüner Kilometer Neustadt“. Hier wird es 2026 in die Umsetzungsphase gehen. Vorgesehen ist eine Entsiegelung und Umgestaltung des Schulhofbereiches des Grundschulstandortes “Waldschule“. Die Kosten hierfür belaufen sich auf über 400.000 Euro. Weiterhin soll es zu Neuanpflanzungen bzw. Ergänzungspflanzungen von Bäumen in der Allee kommen. Hier wurden Kosten von etwa 112.000 Euro ermittelt. Auch auf dem Friedhof in der Kernstadt soll es zusätzliches Grün – Ansatz 80.000 Euro – geben. Hierbei wird es sich vorrangig um zusätzliche Laubbäume, aber auch einige Pflanzbeete, handeln. Insbesondere soll auch der neu angelegte „Urnenhain“ begrünt werden. Weiterhin ist vorgesehen, den Parkplatz beim Kultur- und Bürgerzentrum zu entsiegeln, neu zu gestalten und zusätzlich zu begrünen. Hier liegt der Kostenrahmen bei etwa 230.000 Euro. Weiterhin ist die Aufstellung zweier Garagen als Lagerfläche vorgesehen. Die Förderung erfolgt hier über die Städtebauförderung. Geplant wird gegenwärtig noch die Entsiegelung des Friedhofsparkplatzes.
Seitens des Quartiersmanagements wurde über den neu geschaffenen Gemeinschaftsgarten in der Justus-Liebig-Straße berichtet. Das Vorhaben wird seit Sommer 2024 Schritt für Schritt umgesetzt. Es gab dort bereits einige Aktionen für Anwohner und weitere Interessierte. Ein Unterstand wurde im partizipativen Verfahren errichtet. In der Planung sind für 2026 Hochbeete, Sonnenliegen und Sonnensegel. Ebenfalls wurde über die regelmäßigen Aktivitäten am Heizhaus durch das Ehrenamt und das Quartiersmanagement informiert. Hier gibt es dank Mathilde Bradt und Lydia Baier verschiedene Mitmachangebote für Kinder, einen Bücherschrank oder auch immer wieder Feste für die Nachbarschaft.
Da das Quartiersmanagement Ende 2025 ausläuft nutzte Bürgermeister Thomas Groll die Sitzung, um die langjährige Mitarbeiterin Annika Schlüter (bsj) mit Dank für ihre Arbeit vor Ort zu verabschieden. Das Heizhausteam wird zukünftig von den Mitarbeiterinnen der Gemeinwesenarbeit und dem Familienzentrum als Ansprechpartner betreut.
Während der Sitzung konnten auch wieder Anträge aus dem Verfügungsfond positiv beschieden werden. Mathilde Bradt vom Heizhausteam hatte die Anschaffung und Installation von Bank-Tisch-Kombinationen als Ersatz für die alten Paletten-Möbel aus dem Jahr 2021, die inzwischen verwittert und nicht mehr sichtbar nutzbar sind, beantragt. Diesem Antrag konnte ebenso entsprochen werden wie einem Graffiti-Projekt der Martin-von-Tours-Schule, die dieses zur Verschönerung der Turnhalle nutzen möchte. Hier ist vorgesehen, dass das Projekt durch zwei Künstler aus Frankfurt mit tatkräftiger Unterstützung durch Schülerinnen und Schüler während der Osterferien 2026 umgesetzt wird. Beim Gremium kam es gut an, dass zwei Mädchen aus der 6. Klasse das Projekt näher vorstellten.
Auch beim Anreizprogramm gab es wieder drei Antrag, über die einstimmig Beschluss gefasst wurde. Hier wird 2026 die Instandsetzung und neue Nutzung des kleinen Scheunengebäudes als Fahrradraum für Feriengäste beim Anwesen Hinter der Kirche 2 unterstützt. Positiv hervorgehoben wurde das Engagement von Kim Bagus und ihrem Ehemann, die das ehemalige Pfarrhaus so hergerichtet hatten, dass ihnen der Denkmalschutzpreis des Landkreises Marburg-Biedenkopf zuerkannt werden konnte. Auch wird eine Dachsanierung im Bereich der Mauerstraße mit Mitteln aus dem Anreizprogramm Innenstadt unterstützt. Ebenso die Verkleidung einer Fassade in der Ringstraße. Insgesamt wurden hierfür 29.000 Euro bewilligt. Durch das Anreizprogramm konnten bisher Maßnahmen für rund 270.000 Euro mit Zuschüssen von 61.000 Euro unterstützt werden.
Erfreut nahmen die Anwesenden zur Kenntnis, dass das Hessische Wirtschaftsministerium der Kommune vor wenigen Wochen mitgeteilt hat, dass deren Bewerbung auf das nachfolgende Städtebauförderprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ erfolgreich war. Förderstart ist hier im Jahr 2026. Zentrale Orte der Maßnahmen sollen das Bahnhofsgebäude und Bahnhofsumfeld, die Errichtung einer neuen Kindertagesstätte und deren Umfeld auf dem Hartplatz der ehemaligen Kaserne, die Frage der Zukunft des alten Feuerwehrhauses in der Lehmkaute, eine Nachnutzung für das Sparkassengebäude in der Marktstraße oder leerstehende Gewerbeimmobilien sein.
Im Februar 2026 findet ein Auftakttermin im Wiesbadener Wirtschaftsministerium statt. Ein erster Förderantrag ist zum 1. März 2026 einzureichen. Es muss nun das Fördergebietsmanagement ausgeschrieben werden und ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept mit konkreten Maßnahmen für die nächsten zehn Jahre erstellt werden. Erfreulich auch, dass die Kommune eine erneute Förderzusage beim Programm „Zukunft Innenstadt“ 2025 von rund 170.000 Euro erhalten hat.