Etwa 1.000 Schüler aus vier Schulen haben sich bei „Companies4you“ in der Kirchhainer Stadthalle über verschiedene Ausbildungsberufe und Bewerbungsverfahren informiert. 16 Unternehmen und Institutionen haben sich nicht nur vorgestellt, sondern den Schülern auch die Gelegenheit gegeben, sich auszuprobieren. Mit dabei waren auch die Agentur für Arbeit und die Kreishandwerkerschaft. Die zweitägige Veranstaltung, bei der die Schüler gruppenweise das Angebot erkundeten, wurde vom Forum Kirchhain-Stadtallendorf von StudiumPlus sowie den Schulen und der kommunalen Politik organisiert. Auch das Staatliche Schulamt Marburg war eingebunden.
Vor Ort waren Schüler der Klassen acht bis 12 von der Alfred-Wegener-Schule Kirchhain, der Beruflichen Schulen Kirchhain, der Georg-Büchner-Schule Stadtallendorf sowie der Martin-von-Tours-Schule Neustadt. „Dieses Kooperationsprojekt ist wichtig für den Bildungs- und Wirtschaftsstandort der Region“, betonte Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann. „Es zeichnet diese Veranstaltung aus, dass die Schüler nicht nur Berufe kennenlernen, sondern auch persönliche Kontakte knüpfen und Dinge ausprobieren können“, lobte Matthias Bosse, Schulleiter der Alfred-Wegener-Schule. Viele wüssten gar nicht, was es alles für Berufe gibt und auch nicht, welche Unternehmen in der Region angesiedelt sind.
Für die meisten Unternehmen war auch in diesem Jahr die Teilnahme an „Companies4you“ wegen der guten Erfahrungen gesetzt. „Die Veranstaltung ist kompakt, nicht zu groß – man kommt sehr gut in Kontakt mit den Schülern“, sagte Sascha Stiehl, Ausbildungsleiter bei der Firma Wezag aus Stadtallendorf. „Viele fragen nach einem Praktikum oder sogar nach einem Ausbildungsplatz.“ Sehr positive Erfahrungen machte auch Petra Müller von der DRK-Schwesternschaft: „Wir führen viele gute Gespräche.“ Das gelinge besonders durch die Anwesenheit der beiden FSJ-Botschafterinnen Celine Feil und Cairmela Escobosa Burgos, die aus erster Hand über das Berufsbild berichteten und die Schüler bei der Reanimation einer Puppe anleiteten.
„Den Schülern fällt es leichter, wenn das Gegenüber kaum älter ist als sie selbst“, erläuterte Petra Müller. Das bestätigte auch Nils Heuker, Ausbilder bei der Firma Hoppe aus Stadtallendorf. Er brachte Azubi Fynn Saalborn mit, der den Schülern aus erster Hand erläuterte, was in einer Ausbildung zum Industriemechaniker auf sie zukommen würde.
Zum ersten Mal dabei war die Marburger Tapetenfabrik, an deren Stand die Schüler selbst tapezieren und so das Produkt des Unternehmens kennenlernen konnten. „Für uns als in Kirchhain ansässiger Betrieb ist es wichtig, hier Präsenz zu zeigen“, berichtete Ausbilder Marco Kloss. Bei der Firma Hof Sonderanlagenbau konnten die Schüler eine Mini-Waschanlage programmieren, die Bundeswehr präsentierte Ausrüstung und ließ die Schüler den Umgang mit Karte und Kompass üben. Die Talentscouts der Kreishandwerkerschaft beantworteten viele Fragen rund um das Thema Ausbildung aus erster Hand. Und natürlich war auch StudiumPlus selbst vor Ort und stellte eine 360-Grad-Kamera vor, mit der Gebäudescans erstellt werden können – passend zum neuen Bachelor-Studiengang Kommunales Bauen, den das duale Studienprogramm anbietet.
Ergänzt wurde das Angebot durch Informationen zum Thema Bewerbung und Bewerbungsgespräch. SW-Motech bot kurze Bewerbungsgespräche mit anschließendem Feedback an, bei Ferrero konnten Interessierte lernen, wie eine gute schriftliche Bewerbung aussieht, die Firma Fritz Winter Eisengießerei legte den Fokus auf die Online-Bewerbung. Elke Seim von der Agentur für Arbeit ließ die Schüler Sequenzen aus einem Auswahltest ausfüllen, um ihnen zu zeigen, worauf Unternehmen Wert legen, zugleich aber auch Ängste vor Bewerbungsverfahren abzubauen.
Prof. Dr. Gerd Manthei, Geschäftsführender Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums Duales Hochschulstudium (ZDH), bedankte sich bei allen Teilnehmenden – den Betrieben ebenso wie den Schulen und den Kommunen. „Ohne Sie und Ihr herausragendes Engagement wäre dieses Projekt nicht möglich.“ Unternehmen und Schulen so früh wie möglich zusammenzubringen ist ein grundsätzliches Ziel des Forum Kirchhain-Stadtallendorf von StudiumPlus. Manthei würdigte den Einsatz von CCD-Vorstandsmitglied Michael Parsch und Stefanie Kruppa vom StudiumPlus-Team für die Organisation von Companies4you. Der nächste Schritt nach „Companies4you“ ist der „Markt der Möglichkeiten“, der am 14. April in Kirchhain sowie am 10. Juni in Stadtallendorf angeboten wird und auf dem sich dann eine noch größere Zahl von Unternehmen präsentiert.
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